Spielplatz des Grauens
Geräte sind verrottet und kaputt, statt Sand nur Kies
Mustafa (6) kommt aus dem Plattenbau, trottet auf den Spielplatz und dreht ein paar Runden mit dem Plastikkarussel. Alternativ könnte er jetzt noch rutschen. Aber das will er nicht. Stattdessen tritt er in den Kies - Sand liegt hier nicht - und sagt: "Da kacken immer die Hunde und Vögel rein." Missmutig zieht der kleine Mustafa wieder ab. Sechs Tauben kommen angeflogen. Fröhlich picken sie ein paar Dönerreste auf.
Billstedter Hauptstraße - hier liegt Hamburgs schlimmster Spielplatz, auf dem Dach einer Garage. Auch das dazugehörige Hochhaus am Anfang der Straße ist wenig einladend. Neben der vierspurigen Straße schrauben sich neun Stockwerke in den grauen Himmel. Beeindruckend ist einzig die Anzahl der Satellitenschüsseln.
Rund 150 Familien, die meisten mit Kindern, leben in dem Bau. Neben Rutsche und Karussel gibt's hier noch eine Tischtennisplatte ("Billstedt Killers" steht drauf) und einen völlig verrotteten Basketballkorb. Daneben ist ein schlammiger Fußballplatz mit Lüftungsschächten am Strafraumrand. Doch der ist mit einer schweren Kette abgeschlossen.
"Wir hätten gerne eine Schaukel", sagt Mustafas Schwester Ketime (7), eine pfiffige Erstklässlerin. "Weicher Sand wäre auch gut. Der hier tut weh, wenn man reinfällt." Eine Ritterburg und eine Torwand wünschen sich andere Kinder.
Doch nicht mal das Gerüst der Rutsche wird repariert. Vor vier Monaten haben Jugendliche das Dach geköpft. Jetzt splittert das Holz, dicke Schrauben warten darauf, zarte Kinderhände aufzuschlitzen.
"Das kann nicht sein, da sind wir in der Pflicht", so Katja Dehler, Miteigentümerin des Hausbesitzers "Grundstücksgesellschaft Billstedt-Neugraben". Angeblich ist derzeit der Tischler im Urlaub. Sonst sei der Spielplatz aber angemessen.
Eine Einschätzung, die bei Dehlers Meinung über ihre Mieter nicht verwundert: "Unser Haus hat so viele Zigeuner, da können Sie nicht immer hinterherlaufen", sagt sie. Auch würden die Bewohner immer rumsitzen und Körner kauen, sodass die Hausmeister ständig fegen müssten. "Wir versuchen, für Ordnung zu sorgen. Aber wir können nicht ständig neue Geräte aufstellen. Die werden kaputtgemacht." Ob Sand oder Kies, das könne sie nicht sagen, das mache eine Firma. Sie vermutet aber, dass "dickerer Sand" benutzt wird, weil er leichter aufzufegen ist. Ob Ketime und Mustafa diese Erklärung einleuchtet, ist mehr als fraglich.
Qwelle: www.mopo.de
Geräte sind verrottet und kaputt, statt Sand nur Kies
Mustafa (6) kommt aus dem Plattenbau, trottet auf den Spielplatz und dreht ein paar Runden mit dem Plastikkarussel. Alternativ könnte er jetzt noch rutschen. Aber das will er nicht. Stattdessen tritt er in den Kies - Sand liegt hier nicht - und sagt: "Da kacken immer die Hunde und Vögel rein." Missmutig zieht der kleine Mustafa wieder ab. Sechs Tauben kommen angeflogen. Fröhlich picken sie ein paar Dönerreste auf.
Billstedter Hauptstraße - hier liegt Hamburgs schlimmster Spielplatz, auf dem Dach einer Garage. Auch das dazugehörige Hochhaus am Anfang der Straße ist wenig einladend. Neben der vierspurigen Straße schrauben sich neun Stockwerke in den grauen Himmel. Beeindruckend ist einzig die Anzahl der Satellitenschüsseln.
Rund 150 Familien, die meisten mit Kindern, leben in dem Bau. Neben Rutsche und Karussel gibt's hier noch eine Tischtennisplatte ("Billstedt Killers" steht drauf) und einen völlig verrotteten Basketballkorb. Daneben ist ein schlammiger Fußballplatz mit Lüftungsschächten am Strafraumrand. Doch der ist mit einer schweren Kette abgeschlossen.
"Wir hätten gerne eine Schaukel", sagt Mustafas Schwester Ketime (7), eine pfiffige Erstklässlerin. "Weicher Sand wäre auch gut. Der hier tut weh, wenn man reinfällt." Eine Ritterburg und eine Torwand wünschen sich andere Kinder.
Doch nicht mal das Gerüst der Rutsche wird repariert. Vor vier Monaten haben Jugendliche das Dach geköpft. Jetzt splittert das Holz, dicke Schrauben warten darauf, zarte Kinderhände aufzuschlitzen.
"Das kann nicht sein, da sind wir in der Pflicht", so Katja Dehler, Miteigentümerin des Hausbesitzers "Grundstücksgesellschaft Billstedt-Neugraben". Angeblich ist derzeit der Tischler im Urlaub. Sonst sei der Spielplatz aber angemessen.
Eine Einschätzung, die bei Dehlers Meinung über ihre Mieter nicht verwundert: "Unser Haus hat so viele Zigeuner, da können Sie nicht immer hinterherlaufen", sagt sie. Auch würden die Bewohner immer rumsitzen und Körner kauen, sodass die Hausmeister ständig fegen müssten. "Wir versuchen, für Ordnung zu sorgen. Aber wir können nicht ständig neue Geräte aufstellen. Die werden kaputtgemacht." Ob Sand oder Kies, das könne sie nicht sagen, das mache eine Firma. Sie vermutet aber, dass "dickerer Sand" benutzt wird, weil er leichter aufzufegen ist. Ob Ketime und Mustafa diese Erklärung einleuchtet, ist mehr als fraglich.
Qwelle: www.mopo.de
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- 31. Juli 2007 22:19
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